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Häufig gestellte Fragen

Rund um das Politbarometer und Wahlen

Wie kommt eigentlich das Politbarometer zustande? Wie funktioniert die Auswahl der Befragten und wie genau sind die Umfrageergebnisse? Diese und andere Fragen werden hier beantwortet.

Wann sind Umfragen repräsentativ?

Umfragen sind repräsentativ, wenn jeder Wahlberechtigte die gleiche Chance hat, befragt zu werden. Dies wird durch eine zufällige Auswahl gewährleistet. Für jede Umfrage wählt die Forschungsgruppe Wahlen zufällig Telefonnummern aus den eingetragenen privaten Telefonanschlüssen aus. Damit auch Haushalte, die nicht im Telefonbuch stehen, in die Auswahl gelangen können, werden die Telefonnummern in den letzten drei Ziffern verändert (modifiziertes RDD-Verfahren ). Innerhalb eines Haushalts wird dann das Zufallsprinzip noch einmal angewandt. Ausgewählt wird für die Befragung, wer zuletzt Geburtstag hatte. Insgesamt garantiert diese strenge Zufallsauswahl, dass die Ergebnisse repräsentativ für alle Wahlberechtigten sind.

Wie kommen die Politbarometer-Ergebnisse zustande?

Für jedes Politbarometer befragen Mitarbeiter der Forschungsgruppe Wahlen telefonisch etwa 1.250 Wahlberechtigte in ganz Deutschland. Die Umfragen dauern von Dienstag bis Donnerstag vor der Sendung, die am Freitag ausgestrahlt wird. Etwa 40 Fragen werden gestellt. Diese sind teilweise mit, teilweise ohne Antwortvorgabe zu beantworten.

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Was ist die politische Stimmung?

Die politische Stimmung gibt die Umfrageergebnisse auf folgende Frage wieder: "Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?". Die Ergebnisse werden deshalb als politische Stimmung bezeichnet, weil sie stark durch aktuelle Themen beeinflusst werden. Bei einem tatsächlichen Urnengang allerdings spielen längerfristige Einflüsse eine Rolle.

Was ist die Projektion?

Die Projektion basiert auf der politischen Stimmung und bezieht zusätzlich in einem Modell längerfristig verhaltensrelevante Faktoren wie politische Grundüberzeugungen und Bindungen an Parteien aber auch taktische Überlegungen der Befragten ein. Hierfür werden im Politbarometer neben der eigentlichen Sonntagsfrage eine Reihe von weiteren Indikatoren erhoben, die Parteinähe in unterschiedlichen Dimensionen erfassen. Die Projektion liefert somit eine Aussage, welches Wahlergebnis nach Auffassung der Forschungsgruppe Wahlen zustande käme, wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre. Zudem zeigt die Differenz zwischen Politischer Stimmung, die ja die gemessenen Daten zur Wahlabsicht wiedergibt, und der Projektion, wie groß die von der Forschungsgruppe Wahlen vorgenommene Veränderung ausfällt. Leider ist bei der Publikation der Ergebnisse zur Sonntagsfrage bei den meisten anderen Meinungsforschungsinstituten nicht ersichtlich, wie die gemessenen Daten bei der Sonntagsfrage aussehen, da dort zumeist nur Ergebnisse nach der Gewichtung durch das Institut publiziert werden. Die Begriffe "politische Stimmung" und "Projektion" entsprechen dabei der Terminologie der "ADM Richtlinie für die Veröffentlichung von Ergebnissen der Wahlforschung" vom Juli 1997.

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Wie werden die zehn wichtigsten Politiker bestimmt?

Die Ermittlung erfolgt in zwei Schritten. Zunächst stellt die Forschungsgruppe Wahlen ohne Namen vorzugeben ca. alle zwei Monate folgende Frage: "Wer sind Ihrer Meinung nach zurzeit die wichtigsten Politiker und Politikerinnen in Deutschland?" Die Ergebnisse auf diese Frage liefern eine Rangliste der wichtigsten Politiker und Politikerinnen in Deutschland. Davon werden die zehn am häufigsten genannten Politikernamen in einem zweiten Schritt beim darauf folgenden Politbarometer den Befragten zur Bewertung vorgelegt. Bei der Frage "Was halten Sie von ...?" haben die Befragten die Möglichkeit, ihre Meinung mit Hilfe einer Skala von minus fünf bis plus fünf zum Ausdruck zu bringen. Die dabei entstehenden Durchschnittswerte liefern dann die Rangreihenfolge der Wertschätzung nach Sympathie und Leistung innerhalb der zehn wichtigsten Politiker und Politikerinnen in Deutschland.

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Wie genau sind die Umfragen?

Nur Stichproben nach dem Zufallsprinzip liefern repräsentative Ergebnisse. Doch Aussagen auf dieser Basis sind immer auch Wahrscheinlichkeitsaussagen. Sie können nie 100-prozentig genau sein. Ein Beispiel: Von 1.250 Befragten entscheiden sich auf die Frage hin, wen sie am nächsten Sonntag wählen wollen, 40 Prozent für eine bestimmte Partei. Die Fehlertoleranz liegt hier bei rund +/- 3 Prozentpunkten. Das heißt, der Anteil dieser Partei bei allen Wahlberechtigten liegt zwischen 37 und 43 Prozent. Bei einem Parteianteil von 10 Prozent liegt die Fehlertoleranz bei rund +/- 2 Prozentpunkten. Die Wahrscheinlichkeitsaussage bedeutet aber auch, dass nicht alle möglichen Werte innerhalb des Fehlertoleranzintervalls mit gleicher Wahrscheinlichkeit zutreffen. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass der gemessene Wert dem wahren Wert sehr nahe kommt, wesentlich größer als bei einem Wert am Rand des Fehlerintervalls.

Wie komme ich zu weiteren Informationen über Umfrageergebnisse?

Alle von der Forschungsgruppe Wahlen erhobenen Daten stehen der wissenschaftlichen Öffentlichkeit mit einer geringfügigen zeitlichen Verzögerung über GESIS zu Analysezwecken zur Verfügung.

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Wie kommt die Wahl-Prognose zustande?

Die Prognose wird unmittelbar nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr im ZDF veröffentlicht. Sie beruht auf den Ergebnissen der Befragung von Wählerinnen und Wählern nach dem Verlassen des Wahllokals (sog. "exit polls"), die während des gesamten Wahltages vor zufällig ausgewählten Wahllokalen durchgeführt werden. Unter den Personen, die das Wahllokal verlassen, werden nach dem Zufallsprinzip Wählerinnen und Wähler ausgewählt und schriftlich zu ihrer Wahlentscheidung befragt. Der Fragebogen enthält neben der Frage, wen man gerade gewählt hat, auch eine Reihe sozialstruktureller Merkmale wie z.B. Alter, Geschlecht, Bildung, Erwerbsstatus oder Konfession.
Um zur 18-Uhr-Prognose zu gelangen, müssen die erhobenen Daten in zweierlei Hinsicht korrigiert bzw. ergänzt werden. Zum einen nehmen nicht alle ausgewählten Wählerinnen und Wähler, die das Wahllokal verlassen, an der Befragung teil. Ihre Angaben zur Wahlentscheidung fehlen. Entsprechend werden die Befragungsergebnisse über spezielle Gewichtungsmodelle korrigiert. Zum anderen umfasst die Befragung nur diejenigen Wählerinnen und Wähler, die im Wahllokal wählen. Deshalb müssen die Ergebnisse der Briefwähler geschätzt und mit den Befragungsergebnissen der Urnenwähler zu einer Prognose zusammengeführt werden.

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Was ist der Unterschied zwischen Prognose und Hochrechnung?

Im Gegensatz zur Prognose, die auf den Befragungen von Wählerinnen und Wählern beruht, basieren die im weiteren Verlauf des Wahlabends veröffentlichten Hochrechnungen auf den amtlichen Auszählungen in zufällig ausgewählten Stimmbezirken, die unsere Korrespondenten an das Wahlstudio durchgeben, oder auf amtlichen Ergebnissen in Wahlkreisen oder Gemeinden. Im Laufe des Wahlabends stehen immer mehr amtliche Teilergebnisse zur Verfügung, damit kann schrittweise immer exakter das Wahlergebnis hochgerechnet werden.

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Seite zuletzt geändert am 30.09.2014 um 12:28 Uhr

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