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KBV-Versichertenbefragung 2010

Hohe allgemeine Zufriedenheit mit Ärzten
Patientenquittung und Kostenerstattung werden kaum genutzt

(Berlin/Mannheim, 17.08.2010). Bei ihren Patienten genießen Ärzte in Deutschland hohes Vertrauen. Auch die Fachkompetenz der Mediziner wird hoch eingeschätzt. Wie die Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung - durchgeführt von der Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH unter 6.065 Bürgerinnen und Bürgern - ergab, haben 92% der Befragten hohes oder sehr hohes Vertrauen zu dem Arzt, den sie in den letzten zwölf Monaten zuletzt besucht haben. Ebenfalls 92% attestieren diesem eine gute oder sehr gute fachliche Leistung.
Quelle: FGW Telefonfeld: Versichertenbefragung der KBV 2010 (n=4.948); Veränderungen zur Befragung der KBV 2008 in Klammern
Allerdings sind Arztbesuche nach wie vor mit unterschiedlichen Wartezeiten verbunden, wobei Privatversicherte sowohl bei der Terminvergabe als auch in der Praxis weiter schneller zum Zug kommen als die Angehörigen einer gesetzlichen Krankenversicherung. Bei der Wartezeit für einen Ter­min beim letzten Praxis­besuch sagt fast die Hälfte aller Patienten, dass sie überhaupt keine War­tezeit hatten, da sie ent­weder sofort einen Termin bekommen haben (32%), ohne Terminvereinbarung direkt zum Arzt gegangen sind (14%) oder da die zuletzt besuchte Praxis ohne Terminvergabe ar­beitet (2%). Insgesamt 6% der Befragten mussten sich einen Tag gedulden, bei 10% betrug die Warte­zeit zwei bis drei Tage, 12% mussten bis zu einer Woche, 12% bis zu drei Wochen und 10% sogar über drei Wochen warten, bis sie einen Termin bekommen haben. In der Praxis selbst hatten 12% aller Befragten zuletzt überhaupt keine Wartezeit, 31% waren nach 15 Minu­ten, und 29% nach maximal einer halben Stunde an der Reihe. Bei 16% hat es bis zu einer Stunde, bei 8% bis zu zwei Stunden und bei 2% über zwei Stunden gedauert, bis sie vom Arzt behandelt oder beraten wurden.
Von der Möglichkeit, sich beim Arzt eine Patientenquittung ausstellen zu lassen, auf der ärztliche Leistungen dokumentiert sind, haben erst 20% aller gesetzlich Versicherten gehört. Von dem Fünftel, dem die Patientenquittung bekannt war, haben sich nur 8% in den vergangenen zwölf Monaten beim Arzt einen solchen Beleg ausstellen lassen. Dies entspricht lediglich 2% aller gesetzlich Versicherten. Ähnlich sieht es bei der Kostenerstattung aus. Gesetzlich Versicherte, die sich für einen entsprechenden Tarif entscheiden, müssen die Behandlung zunächst selbst bezahlen und bekommen später einen Teil der Kosten von ihrer Krankenkasse erstattet. 26% aller gesetzlich Versicherten ist dieser Wahltarif bekannt, aber nur 2% haben ihn auch gewählt.
Quelle: FGW Telefonfeld: Versichertenbefragung der KBV 2010 (n=5.232; 1.052)
40% haben schon einmal vom Hausarztmodell gehört, 19% geben an, selbst bei ihrer Krankenkasse in diesem Wahltarif eingeschrieben zu sein und 41% ist das Hausarztmo­dell unbekannt, bei dem sich die Versicherten verpflichten, bei allen gesundheitlichen Beschwerden zu­erst immer einen bestimmten Hausarzt aufzusuchen. Fragt man die Teilnehmer an Hausarztmodellen nach qualitativen Konsequen­zen, spüren die meisten keinen Effekt: Für 73% aller im Wahltarif einge­schriebenen GKV-Angehö­rigen hat sich ihre Versor­gung mit dem Hausarzt­modell im Vergleich zu früher nicht verändert. 17% berichten von einer Verbesserung und 6% sagen, dass ihre Versor­gung besser war, bevor sie ins Hausarztmodell ge­wechselt sind.
Neben den Themen Arztzufriedenheit, Wartezeiten und hausarztzentrierte Versorgung sind weitere Schwerpunkte der Untersuchung verschiedene Neuerungen im Gesundheitssystem, gesundheitspolitische Aspekte, die Unzufriedenheit mit Ärzten und die individuelle gesundheitliche Situation der Bürgerinnen und Bürger. Da die Studie auf früheren Versichertenbefra­gungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aus den Vorjahren basiert, können bei inhaltsgleichen Fragen mögliche Veränderungen oder Kontinuitäten dargestellt werden. Eine regionale Auswertung ermöglich zudem die Analyse der Ergebnisse differenziert nach den Einzugsbereichen der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen.

Informationen zur Umfrage

Für die Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH vom 31. Mai bis 18. Juni 2010 in Deutschland insgesamt 6.065 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger telefonisch befragt. Die Ergebnisse der Untersuchung sind repräsenta­tiv für die Deutsch sprechende Wohnbevölkerung im Alter zwischen 18 und 79 Jahren.

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Seite zuletzt geändert am 30.08.2016 um 11:47 Uhr

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