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Politbarometer Extra Hessen

Koch kann mit schwarz-gelber Mehrheit rechnen
SPD vor schlechtestem Nachkriegs-Ergebnis

(Mainz, 10.01.2009) Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Hessen zeichnen sich klare Verhältnisse zwischen den politischen Lagern ab. Roland Koch kann mit einer Mehrheit von CDU und FDP im hessischen Landtag rechnen. Unsicher, welche Partei sie letztlich wählen wollen, sind vor allem noch Bürger im linken Lager, also Wähler, die der SPD, den Grünen oder der Linken nahe stehen. Insgesamt ist die Unsicherheit im Vergleich zum Dezember leicht zurückgegangen: So wissen jetzt 45 Prozent (Dez.: 49 Prozent) aller Wahlberechtigten noch nicht, ob und wen sie wählen wollen. Die Ursachen dafür liegen in der seit Jahren zurückgehenden Bindung großer Teile der Wählerschaften an einzelne Parteien, die in Hessen besonders stark ausgeprägt ist und durch die Entwicklung der letzten Monate noch verstärkt wurde.
Die folgenden Projektionswerte geben deshalb lediglich die Situation für die Parteien in dieser Woche wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang am 18. Januar 2009 dar, weil Effekte der abschließenden Mobilisierung in der entscheidenden Woche vor der Wahl nicht berücksichtigt sein können:
Projektion: Momentan zeichnen sich für CDU, FDP und Grüne klare Stimmengewinne im Vergleich zur Landtagswahl im Januar letzten Jahres ab, während die SPD dramatische Verluste hinzunehmen hätte, die sie auf ein historisches Tief in Hessen ziehen würde: Jetzt erhielte die CDU 41 Prozent, die SPD 25 Prozent, die FDP käme auf 13 Prozent, die Grünen ebenfalls auf 13 Prozent, die Linke auf 5 Prozent und die sonstigen Parteien zusammen auf 3 Prozent. (Wahlergebnis Januar 2008: CDU: 36,8 Prozent, SPD: 36,7 Prozent, FDP: 9,4 Prozent, Grüne: 7,5 Prozent, Linke 5,1 Prozent, Sonstige: 4,5 Prozent). Damit hätten CDU und FDP eine regierungsfähige Mehrheit.
Bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten fällt der Vorsprung des geschäftsführenden Amtsinhabers Roland Koch vor seinem Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel weniger deutlich aus. Im Vergleich zum Dezember ist er jedoch etwas größer geworden: So wünschen sich jetzt 44 Prozent (plus 3) Roland Koch als Ministerpräsidenten, 33 Prozent (minus 1) sprechen sich für Schäfer-Gümbel aus, 10 Prozent wollen weder den einen noch den anderen und 13 Prozent können sich nicht entscheiden, weil ihnen insbesondere der SPD-Kandidat nicht ausreichend bekannt ist. Allerdings verfügt Roland Koch mit 86 Prozent in den Reihen der CDU-Anhänger über einen größeren Rückhalt als Thorsten Schäfer-Gümbel bei den SPD-Anhängern (77 Prozent).
Auch unmittelbar vor der Wahl zeigt sich bei der Bewertung auf der +5/-5-Skala das unterschiedliche Profil der Spitzenkandidaten: Zwar unterscheidet sich die Bewertung in der Gesamtheit der hessischen Wähler von Roland Koch mit einem Durchschnittswert von 0,2 kaum von der Bewertung von Thorsten Schäfer-Gümbel mit 0,3. Roland Koch polarisiert allerdings viel stärker, das heißt er erhält im eigenen Lager deutlich positive Werte (CDU-Anhänger 2,7; FDP-Anhänger 1,4) und wird im gegnerischen Lager deutlich negativ bewertet (SPD-Anhänger: minus 1,8; Grüne: minus 2,3). Die Werte von Thorsten Schäfer-Gümbel hingegen unterscheiden sich bei den verschiedenen Parteianhängern nicht so stark (Anhänger der CDU und der FDP: minus 0,7 bzw. minus 0,6; der SPD: 2,0 und der Grünen: 0,7). Allerdings trauen sich immer noch 35 Prozent aller Hessen kein Urteil über ihn zu, bei Roland Koch sind das nur 5 Prozent.
Mit minus 2,4 erhält die SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti weiterhin eine extrem negative Beurteilung; selbst bei den SPD-Anhängern wird sie lediglich mit minus 0,2 bewertet.
Eine Koalition aus CDU und FDP findet von allen Koalitionskombinationen die größte Unterstützung: Ein solches Bündnis fänden 47 Prozent gut, 30 Prozent schlecht und 18 Prozent wäre es egal (weiß nicht: 5 Prozent). Auf die größte Ablehnung stößt eine Koalition aus SPD, Grünen und Linke, die von 72 Prozent als schlecht bewertet wird, von 14 Prozent als gut und 10 Prozent wäre sie egal (weiß nicht: 4 Prozent).
Die Umfragen zu diesem POLITBAROMETER EXTRA wurden im Auftrag des ZDF von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 6. bis 8. Januar 2009 unter 1.072 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Hessen. Die Fehlertoleranz beträgt 3,0 Prozentpunkte bei einem Parteianteil von 40 Prozent und 1,8 Prozentpunkte bei einem Parteianteil von 10 Prozent.

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Seite zuletzt geändert am 04.11.2012 um 10:41 Uhr

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