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Politbarometer Dezember 2005

ZDF-Pressemeldung - KW 49

(Mainz, 09.12.2005) Knapp drei Wochen nach der Wahl Angela Merkels zur Kanzlerin verbessert sich die politische Stimmung ein weiteres Mal zugunsten der Union: Die CDU/CSU kommt jetzt auf 43 Prozent (plus 3), die SPD erreicht nur noch 33 Prozent (minus 2), die FDP kommt unverändert auf 8 Prozent, die Linkspartei.PDS nur noch auf 6 Prozent (minus 1) und die Grünen verlieren ebenfalls leicht auf 8 Prozent (minus 1).
Wenn schon am nächsten Sonntag wieder Bundestagswahl wäre, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien eine größere Rolle spielen. Dies berücksichtigt die Politbarometer-Projektion: Die CDU/CSU käme danach auf 38 Prozent (plus 1), die SPD auf 34 Prozent, die FDP auf 9 Prozent, die Linkspartei.PDS auf 8 Prozent (alle unverändert) und die Grünen auf jetzt nur noch 8 Prozent (minus 1). Die sonstigen Parteien zusammen erhielten 3 Prozent (unverändert).
Dass Angela Merkel ihre Arbeit als Bundeskanzlerin alles in allem gesehen eher gut macht, meinen 72 Prozent, darunter neben 87 Prozent der CDU/CSU-Anhänger auch 78 Prozent der FDP-Anhänger, 71 Prozent der Anhänger von SPD und 68 Prozent der Grünen. Dass sie das eher schlecht macht, meinen 10 Prozent der Befragten, 18 Prozent können diese Frage nicht beantworten. Auch die Bundesregierung erhält eine positive Bewertung: Dass sie ihre Arbeit eher gut macht, sagen 66 Prozent, schlechte Arbeit stellen 17 Prozent fest und ebenfalls 17 Prozent trauen sich dabei (noch) kein Urteil zu. Mögliche Alternativen zur Großen Koalition werden kritisch beurteilt: Dass es eine Koalition aus CDU/CSU und FDP besser machen würde, sagen 25 Prozent, schlechter 31 Prozent und 38 Prozent meinen, dass da kein Unterschied wäre. Noch negativer wird eine rot-grüne Koalition bewertet: Hier meinen nur 12 Prozent, dass diese es besser machen würde als die Große Koalition, 46 Prozent sagen "schlechter" und für 38 Prozent wäre das kein großer Unterschied.
Die Flüge des amerikanischen Geheimdienstes mit terrorverdächtigen Gefangenen, die auch Deutschland betroffen haben sollen, sind für 51 Prozent ein wichtiges Thema (nicht wichtig: 47 Prozent). Die deutsch-amerikanischen Beziehungen werden jetzt von 57 Prozent der Befragten als gut bezeichnet (schlecht: 39 Prozent). Im Februar 2005 meinten noch 71 Prozent, dass die deutsch-amerikanischen Beziehungen gut seien und nur 25 Prozent schlecht. Dass die Beziehungen zu den USA in Zukunft eher vertieft werden sollen, meinen 36 Prozent, dass sie unverändert bleiben sollen 42 Prozent und dass sie gelockert werden sollen 19 Prozent. Unter Angela Merkel als Bundeskanzlerin erwarten dabei 47 Prozent, dass sich die Beziehungen zu den USA verbessern werden, 45 Prozent glauben, dass sich nichts Wesentliches ändern wird und 4 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.
Beim Thema "Gammelfleisch" glauben 59 Prozent aller Befragten, dass häufig Speisen und Lebensmittel verkauft werden, die schlechtes Fleisch enthalten (weniger häufig/nie: 38 Prozent). 48 Prozent halten sogar ihre Gesundheit durch solches Fleisch für gefährdet (nicht gefährdet: 46 Prozent).
Bei den Bewertungen auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker und Politikerinnen ist generell eine leichte Abwärtstendenz festzustellen: Auch diesmal nimmt Matthias Platzeck den ersten Platz ein, wenn es um die Bewertung nach Sympathie und Leistung geht: Er erreicht einen Durchschnittswert von 2,2 (Nov. II: 2,4) auf der Skala von minus fünf bis plus fünf. Danach folgt auf Platz zwei Christian Wulff mit 1,8 (Nov. II: 2,0). Allerdings sehen sich weiterhin rund ein Drittel der Befragten nicht in der Lage, Platzeck oder Wulff zu beurteilen, weil sie diese nicht gut genug kennen. Als einzige erhält Angela Merkel einen etwas verbesserten Wert. Sie liegt mit 1,7 (Nov. II: 1,6) auf Platz drei. Es folgt Peer Steinbrück mit 1,5 (Nov. II: 1,6) unmittelbar vor Friedrich Merz mit 1,4 (Nov. II: 1,5) und Franz Müntefering mit 1,3 (Nov. II: 1,4). Danach Joschka Fischer mit 1,0 (Nov. II: 1,2) vor Gerhard Schröder mit jetzt deutlich schlechteren 0,9 (Nov. II: 1,3). Weiterhin mit deutlichem Abstand und unveränderten 0,1 folgt Guido Westerwelle. Schlusslicht und unverändert weit im Negativbereich bleibt Edmund Stoiber mit minus 1,3.
Das Jahr 2005 erscheint den meisten Befragten (70 Prozent) persönlich als ein gutes Jahr, lediglich 28 Prozent halten es für ein schlechtes. Damit fällt das Urteil der Deutschen über 2005 etwas besser aus als die Bewertung der drei letzten Jahre. Dass das nächste Jahr besser wird als 2005, glauben 28 Prozent, 57 Prozent gehen nur von geringfügigen Änderungen aus und 14 Prozent erwarten für sich persönlich, dass das nächste Jahr schlechter werden wird. Mit Blick auf das sportliche Großereignis 2006 erwarten nur 19 Prozent, dass Deutschland Fußball - Weltmeister wird, 72 Prozent glauben das nicht.
Die Umfragen zum Politbarometer wurden wie immer von der Mannheimer For­schungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 6. bis 8. Dezember 2005 bei 1.237 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefo­nisch geführt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölke­rung in ganz Deutschland. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4 Prozentpunkte.

Seite zuletzt geändert am 08.10.2012 um 11:05 Uhr

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