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Politbarometer-Extra Mai

Nach NRW-Wahl: Kraft neue Hoffnungsträgerin der SPD
Rot-Grün im Bund ohne Mehrheit

(Mainz, 16.05.2012) Nach ihrem klaren Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen wird Hannelore Kraft auch im Bund zur Hoffnungsträgerin für die SPD. Laut Politbarometer Extra wünschen sich aktuell 25 Prozent aller Befragten Kraft als Kanzlerkandidatin der SPD. 21 Prozent sprechen sich für Peer Steinbrück aus und 20 Prozent für Frank-Walter Steinmeier. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel kommt nur auf 6 Prozent (weiß nicht: 26 Prozent). Auch bei den SPD-Anhängern ergibt sich dieselbe Reihenfolge: Kraft (30 Prozent), Steinbrück (25 Prozent), Steinmeier (23 Prozent) und Gabriel (7 Prozent). Hier sagen allerdings nur 14 Prozent »weiß nicht«.
Forschungsgruppe Wahlen: Politbarometer-Extra Mai, Veränderungen zur KW 17/2012 in Klammern
Trotz ihres deutlichen Wahlsiegs verbessert sich die SPD bundesweit nur leicht, während Grüne und Linke Einbußen haben. Das zeigt die Projektion. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 35 Prozent (unverändert), die SPD auf 30 Prozent (plus 1), die FDP auf 4 Prozent (plus 1), die Linke auf 5 Prozent (minus 1) und die Grünen kämen auf 13 Prozent (minus 1), während die Piraten unverändert bei 9 Prozent blieben. Die sonstigen Parteien zusammen erhielten 4 Prozent (unverändert). Damit hätte weiterhin weder die amtierende Regierungskoalition noch eine rot-grüne Koalition eine ausreichende parlamentarische Mehrheit.
Bei der Frage, ob nach dem Wahlsieg für Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen jetzt auch bei der Bundestagswahl 2013 eine rot-grüne Koalition im Bund zu erwarten sei, sind die Meinungen geteilt. Insgesamt gehen 44 Prozent von einem Sieg aus und genauso viele erwarten das nicht (weiß nicht: 12 Prozent).
Bei der Bewertung möglicher Koalitionen nach der nächsten Bundestagswahl finden nur eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD (gut: 48 Prozent; schlecht: 30 Prozent) und eine Koalition aus SPD und Grünen (gut: 49 Prozent; schlecht: 32 Prozent) eine mehrheitlich positive Bewertung. Im März war eine große Koalition noch von 56 Prozent als »gut« beurteilt worden und Rot-Grün nur von 42 Prozent.
Alle anderen Koalitionen werden jeweils von eindeutigen Mehrheiten als »schlecht« bewertet. Am deutlichsten fällt dabei die Ablehnung von Rot-Rot-Grün (schlecht: 65 Prozent; gut: 18 Prozent) und einer Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP (schlecht: 55 Prozent; gut: 17 Prozent) aus. (Differenzen zu 100 Prozent jeweils »egal« bzw. »weiß nicht«.)
Die Arbeit von Angela Merkel als Bundeskanzlerin bewertet weiterhin eine sehr deutliche Mehrheit (70 Prozent) als eher gut, lediglich 27 Prozent sagen, dass sie ihre Arbeit eher schlecht macht (April: eher gut: 73 Prozent; eher schlecht: 23 Prozent). Allerdings glauben 65 Prozent, dass jetzt das Regieren für Angela Merkel schwieriger werden wird, nur 32 Prozent erwarten das nicht.
Wenig positiv wird die Zukunft von Merkels Stellvertreter im Kanzleramt, Philipp Rösler, beurteilt. Auch nach dem guten Abschneiden der FDP bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen glauben nur 16 Prozent, dass Philipp Rösler bei der Bundestagswahl 2013 noch FDP-Bundesvorsitzender sein wird. 75 Prozent erwarten, dass er bis dahin abgelöst ist (weiß nicht: 9 Prozent).
Bei der Partei die Linke ist noch keine Entscheidung gefallen, ob Oskar Lafontaine wieder Parteichef werden soll. Lediglich 29 Prozent erwarten, dass es mit Oskar Lafontaine für die Linke wieder aufwärts gehen würde, 64 Prozent glauben das nicht (weiß nicht: 7 Prozent). Auch die Anhänger der Linke sehen das so: 63 Prozent erwarten keine Trendwende mit Oskar Lafontaine und nur 37 Prozent machen sich entsprechende Hoffnungen.

Informationen zur Umfrage

Die Umfragen zum diesem Politbarometer-Extra wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 14. bis 15. Mai 2012 bei 1.053 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 36 Prozent, SPD: 33 Prozent, FDP: 3 Prozent, Linke: 4 Prozent, Grüne: 13 Prozent, Piraten: 9 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 25. Mai 2012.

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Seite zuletzt geändert am 14.07.2015 um 11:38 Uhr

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Zeitreihe
Die Langzeitentwicklung des Politbarometers als Grafiken und Tabellen.

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