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Politbarometer-Extra Bremen Mai I 2019

Knapper Vorsprung der CDU vor der SPD – Schwache Werte für SPD-Bürgermeister Carsten Sieling

(Mainz, 16.05.2019) Gut eine Woche vor der Bürgerschaftswahl im Land Bremen zeichnen sich deutliche Verluste für die SPD in ihrer bisherigen Hochburg ab, wo sie seit 72 Jahren stärkste Partei ist und immer den Regierungschef gestellt hat. Obwohl die Grünen mit Zuwächsen rechnen können, dürfte es für die Fortsetzung der Koalition von SPD und Grünen keine Mehrheit mehr geben.
Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, dann ergäben sich aktuell folgende Projektionswerte für die Parteien: Die SPD käme jetzt nur noch auf 24,5 Prozent, die CDU auf 26 Prozent, die Grünen auf 18 Prozent, die Linke auf 12 Prozent, die FDP auf 5,5 Prozent, die AfD auf 8 Prozent und die Wählervereinigung „Bürger in Wut“ (BIW) auf 3 Prozent. Die anderen Parteien lägen zusammen bei 3 Prozent. Damit hätte von den möglichen Zweierbündnissen lediglich eine große Koalition eine Mehrheit. Bei der Frage, welche Parteien Abgeordnete in die Bürgerschaft des Landes entsenden können, muss beachtet werden, dass in den Städten Bremen und Bremerhaven jeweils separate Fünf-Prozent-Hürden gelten.
Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Grundsätzlich sind bei diesen Werten auch die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen. Darüber hinaus kann es bis zum Wahlsonntag für die verschiedenen Parteien durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge noch zu entscheidenden Veränderungen kommen. Zudem wissen zurzeit 48 Prozent noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.
Bei der letzten Bürgerschaftswahl 2015 war die SPD auf 32,8 Prozent gekommen, die CDU auf 22,4 Prozent, die Grünen auf 15,1 Prozent, die Linke auf 9,5 Prozent, die FDP auf 6,6 Prozent, die AfD auf 5,5 Prozent, der BIW auf 3,2 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 4,8 Prozent.
Landes- und Bundespolitik
Als wichtiger für ihre aktuelle Wahlabsicht nennen ähnlich wie vor vier Jahren jetzt 75 Prozent die Landespolitik und nur 21 Prozent die Bundespolitik.
Gewünschter Bürgermeister
Bei der Frage, wen man lieber als Bürgermeister hätte, kommt Amtsinhaber Carsten Sieling (SPD) auf 42 Prozent und sein Herausforderer von der CDU, Carsten Meyer-Heder, auf 29 Prozent (10 Prozent keinen von beiden, 19 Prozent weiß nicht / kenne nicht).
Spitzenkandidaten von SPD und CDU
Auf der Skala von plus fünf bis minus fünf („Was halten sie von?“) wird Carsten Sieling nur mit einem Durchschnittswert von 0,8 bewertet. Sein Vorgänger als SPD-Spitzenkandidat, Jens Böhrnsen, erreichte vor der letzten Wahl 1,9. Der politische Quereinsteiger Carsten Meyer-Heder erhält jetzt mit 0,6 eine deutlich bessere Bewertung als die CDU-Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann (minus 0,4) vor vier Jahren.
Koalitionspräferenzen
Keines der denkbaren Koalitionsmodelle findet einen überzeugenden Rückhalt bei den Befragten. Noch am positivsten wird Rot-Grün gesehen (gut: 43 Prozent; schlecht: 42 Prozent; Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „egal“ bzw. „weiß nicht“). Danach folgen eine Koalition aus SPD, Grünen und Linke (gut: 35 Prozent; schlecht: 49 Prozent), eine CDU-geführte Koalition mit der SPD (gut: 33 Prozent; schlecht: 52 Prozent) und eine SPD-geführte Koalition mit der CDU (gut: 29 Prozent; schlecht: 55 Prozent). Die schlechteste Bewertung erhält eine mögliche Regierung aus SPD, Grünen und FDP (gut: 16 Prozent; schlecht: 61 Prozent).
Wichtigste Themen
Das wichtigste Problem im Land Bremen ist mit 47 Prozent das Thema „Schule/Bildung“. Danach folgen „Verkehr“ (28 Prozent) und „Wohnungsmarkt“ (20 Prozent).
Beim Thema Schule und Bildung wird mit 28 Prozent der CDU die größte Kompetenz zugebilligt vor der SPD mit 22 Prozent. Beim Thema Verkehr liegt die CDU mit 26 Prozent bei der Kompetenzzuweisung auf Platz eins vor den Grünen mit 24 Prozent und beim drittwichtigsten Thema Wohnungsmarkt trauen 30 Prozent der SPD am meisten zu, vor der CDU mit 16 Prozent.

Informationen zur Umfrage

Die Umfrage zu diesem Politbarometer-Extra wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 13. bis 15.5.2019 unter 1.021 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten im Land Bremen telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer-Extra zu Bremen veröffentlicht das ZDF am 23.5.2019 im heute-journal und das nächste Politbarometer-Extra zur Europawahl am 17.5.2019. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage
Das aktuelle Politbarometer auf ZDF.de.

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Seite zuletzt geändert am 16.05.2019 um 10:43 Uhr

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