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Politbarometer März II 2007

ZDF-Pressemitteilung - KW 11

(Mainz, 16.03.2007) In der politischen Stimmung gibt es im aktuellen Politbarometer etwas Bewegung: Die CDU/CSU kommt jetzt nur noch auf 39 Prozent (minus 2) und die SPD auf 35 Prozent (plus 3). Stimmungsverluste hingegen für die kleineren Parteien: Die FDP erreicht nur noch 7 Prozent (minus 2), die Grünen nur noch 8 Prozent (minus 1). Die Linke.PDS bleibt unverändert bei 6 Prozent.
Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien eine etwas größere Rolle spielen. Dies berücksichtigt die Politbarometer- Projektion: Die CDU/CSU käme danach unverändert auf 37 Prozent. Die SPD erreichte 32 Prozent (plus 1), die FDP erhielte 9 Prozent (minus 1), die Grünen kämen auf 9 Prozent, die Linke.PDS auf 8 Prozent und die sonstigen Parteien zusammen auf 5 Prozent (alle unverändert).
Im Rahmen der Debatte zum Thema Klimawandel sprechen sich Mehrheiten in der Bevölkerung für restriktivere Maßnahmen aus: Dass Flüge zukünftig stärker besteuert werden sollen, finden 56 Prozent richtig, 39 Prozent sind dagegen (weiß nicht: 5 Prozent). Auch ein Tempolimit auf Autobahnen findet eine deutliche Mehrheit richtig. Hierbei sprechen sich 54 Prozent für Tempo 130 aus, 10 Prozent plädieren für eine Höchstgeschwindigkeit unter 130 km/h und 35 Prozent sind gegen jede allgemeine Geschwindig- keitsbeschränkung auf Autobahnen. Weiterhin keine Auswirkungen hat die Klimadebatte auf die Einstellungen zu den Atomkraftwerken. Auch jetzt sprechen sich 49 Prozent dafür aus, die Atomkraftwerke in Deutschland nur wie gesetzlich festgeschrieben bis ins Jahr 2021 zu betreiben. 44 Prozent hingegen wollen sie auch über diesen Zeitpunkt hinaus am Netz lassen (weiß nicht: 7 Prozent). Diese Frage wird von den Anhängern der Union und der FDP, die mehrheitlich längere Laufzeiten befürworten, und denen von SPD und Grünen, die das klar ablehnen, sehr konträr beurteilt.
Den Vorwurf, dass die großen Stromerzeuger in Deutschland den Strompreis künstlich in die Höhe treiben würden, halten 89 Prozent für zutreffend und nur 8 Prozent halten ihn für nicht berechtigt.
Dass es auch in Deutschland in nächster Zeit zu Terroranschlägen kommen wird, glauben jetzt 51 Prozent, 46 Prozent halten das nicht für besonders wahrscheinlich. Im September 2006 - kurz nach den gescheiterten Anschlägen auf Züge in Deutschland - fürchteten noch 69 Prozent entsprechende Anschläge in Deutschland.
50 Jahre nach Beginn des europäischen Einigungsprozesses empfinden viele eine zu große Einflussnahme der EU auf Entscheidungen in Deutschland. Das jedenfalls sagen 41 Prozent, 12 Prozent würden sich mehr Einfluss durch die EU wünschen und für 36 Prozent ist der momentan genau richtig (weiß nicht: 12 Prozent). Gleichzeitig meinen 46 Prozent, dass der europäische Einigungsprozess zu schnell geht, 10 Prozent geht er zu langsam und 39 Prozent sind mit dem aktuellen Tempo des Einigungsprozesses einverstanden.
Obwohl sich die politische Stimmung für die Union verschlechtert hat, wird die Arbeit der Bundeskanzlerin unverändert positiv beurteilt: So meinen 75 Prozent, dass Angela Merkel ihre Sache eher gut macht und nur 22 Prozent, dass dies nicht der Fall ist. Entsprechend führt sie auch weiterhin die Liste der Top Ten an: Sie erhält auf der +5/-5-Skala einen unveränderten Durchschnittswert von 1,5. Mit unveränderten 1,2 ist Frank-Walter Steinmeier wieder auf Platz zwei aufgerückt, unmittelbar gefolgt von Kurt Beck mit 1,1 (März I: 1,0) und Ursula von der Leyen mit 1,0 (März I: 1,1). Auf Platz fünf folgt Peer Steinbrück mit 0,9 (März I: 1,0). Deutlich abwärts ist es für Christian Wulff gegangen, der jetzt nur noch 0,8 erhält (März I: 1,3). Danach folgen Franz Müntefering mit 0,4 (März I: 0,5), Guido Westerwelle mit minus 0,1, Ulla Schmidt mit minus 0,9 und Edmund Stoiber mit minus 1,2 (alle unverändert).
Die Umfragen zum Politbarometer wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 13. bis 15. März 2007 bei 1.235 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch geführt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz Deutschland. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4 Prozentpunkte.

Seite zuletzt geändert am 08.10.2012 um 11:05 Uhr

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