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50 Jahre Forschungsgruppe Wahlen e.V.

FGW stiftet Rudolf-Wildenmann-Nachwuchspreis für empirische Wahlforschung

(Mannheim, 08.02.2024) Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens vergibt die Forschungsgruppe Wahlen e.V. künftig alle zwei Jahre den Rudolf-Wildenmann-Nachwuchspreis. Damit sollen Arbeiten eine Würdigung erfahren, die sich wissenschaftlich mit dem demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess in Deutschland befassen und für ein politisch interessiertes Publikum nachvollziehbar sind.
Mit der Entscheidung, diesen Nachwuchspreis nach Prof. Rudolf Wildenmann zu benennen, will die Forschungsgruppe nicht nur dessen Verdienste für die Etablierung der empirisch fundierten Wahlforschung in Deutschland hervorheben, sondern auch eine Person ehren, die vielleicht weniger selbst mit eigenen wissenschaftlichen Beiträgen, wohl aber mit einem genialen Verständnis für die Notwendigkeit der Institutionalisierung von Forschung und Wissenschaft hervorgetreten ist.
Als die Forschungsgruppe 1974 gegründet wurde, konnte sie auf die Arbeiten von Prof. Wildenmann aufbauen, auch wenn die Gründung der von der Universität Mannheim unabhängigen neuen Institution nicht ohne Friktionen zustande gekommen war.
Damals sind die ehemaligen Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Wildenmann, Manfred Berger, Wolfgang Gibowski und Dieter Roth, das Risiko einer Unternehmensgründung eingegangen, dem die Forschungsgruppe Wahlen ihre Existenz verdankt. Ohne die tatkräftige Geburtshilfe des ZDF wäre dies allerdings kaum möglich gewesen.
Seither liefert die Forschungsgruppe Wahlen für die Wahlsendungen des ZDF Prognosen, Hochrechnungen und Analysen bei allen Landtags-, Bundestags- und Europawahlen. Die regelmäßige repräsentative Umfrage zum Politbarometer wird seit 1977 im ZDF veröffentlicht.
Bei einer kleinen Feier sprach Oberbürgermeister Christian Specht ein Grußwort, in dem er die Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen als wichtigen Beitrag zur demokratischen Entwicklung des Landes bezeichnete und auf den Einfluss des Instituts auch auf das politische Bewusstsein der Stadt hinwies. Die Forschungsgruppe Wahlen konnte im Mannheimer Schloss zahlreiche Vertreter des ZDF und viele ehemalige Weggefährten der letzten 50 Jahre begrüßen. Die Chefredakteurin des ZDF, Bettina Schausten, hob dabei den Wert der Wahlforschung für den politischen Qualitätsjournalismus hervor, Professor Rüdiger Schmitt-Beck thematisierte in seinem Vortrag die Rolle der Wahl- und Einstellungsforschung als Infrastruktur der Demokratie. Dabei unterstrich er insbesondere die große Bedeutung, die die Daten der Forschungsgruppe Wahlen für die Politikwissenschaft in Deutschland haben.

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Seite zuletzt geändert am 21.02.2024 um 13:44 Uhr

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