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Glossar zur Umfrageforschung

Aggregatdaten

Daten, die durch Zusammenfassung (Aggregierung) von Einzeldaten entstehen, z.B. durch Summierung, Bildung von Durchschnitts- oder Anteilswerten. Sie beziehen sich also auf ein bestimmtes Kollektiv.
Beispiel: Stimmanteile von Parteien in Wahlbezirken

Ausschöpfung / Ausschöpfungsquote / Realisierungsquote

Anteil der Personen einer Bruttostichprobe, die tatsächlich befragt wurden.

Bruttostichprobe

Ausgangsstichprobe einer Untersuchung. Die Bruttostichprobe umfasst alle ausgewählten Telefonnummern, die durch das RDD-Verfahren generiert wurden.

CATI (Computer-Assisted-Telephone-Interview)

Computergestützte Telefoninterviews. Telefonische Befragung, bei welcher ein Fragebogen mit Unterstützung eines Computers abgearbeitet wird.

Datenschutz / Standesrecht

Das Bundesdatenschutzgesetz sowie das Standesrecht der demoskopischen Umfrageforschung regeln unter anderem die strikte Trennung von personenbezogenen Daten und inhaltlichen Angaben, die im Rahmen von Umfragen gemacht werden. In dessen Mittelpunkt steht der Anonymisierungsgrundsatz, nach dem Befragungsdaten auf keinen Fall in personenbezogener Form an irgendwelche Interessenten übermittelt werden dürfen. In einer mit den obersten Landesbehörden vereinbarten "Erklärung zum Datenschutz und zur absoluten Vertraulichkeit von Angaben bei Interviews" verpflichten sich forschungstreibende Institute, dass bei der Durchführung von Umfragen Adressdaten (im Fall der Forschungsgruppe Wahlen nur Telefonnummern) von Befragungspersonen noch vor Beginn der automatisierten Datenverarbeitung gelöscht oder von den Befragungsdaten unwiderruflich getrennt werden müssen.

Exit poll / Befragung am Wahltag

Befragungen, die während des gesamten Wahltages vor ausgewählten Wahllokalen durchgeführt werden. Unter den Personen, die das Wahllokal verlassen, werden nach dem Zufallsprinzip Personen ausgewählt, die mündlich oder schriftlich befragt werden. Die Befragung am Wahltag ist u.a. die Grundlage für die Wahlprognose um 18 Uhr.

Gewichtung

Korrektur bei Befragungen, bei denen mit Hilfe von Gewichtungsvariablen jedem einzelnen Interview für die Auswertung ein bestimmtes Gewicht zugewiesen wird. Damit werden z.B. nicht zufällige Verzerrungen in der Verteilung der Stichprobe im Vergleich zur Grundgesamtheit beseitigt.

Grundgesamtheit

Die Menge der Einheiten (meist Personen), für welche die Aussagen einer Erhebung von Daten in einer Stichprobe gelten sollen.
Beispiel: alle wahlberechtigten Bürger der Bundesrepublik Deutschland

Hochrechnung

Bei der Hochrechnung von Wahlergebnissen schließt man vom Wahlverhalten in Teilmengen auf das Wahlverhalten in der Gesamtheit. Als Teilmengen benutzt man Ergebnisse von Wahlbezirken oder Wahlkreisen. Aus der Grundgesamtheit wird dabei eine Stichprobe gezogen, die ein verkleinertes Abbild der wahlberechtigten Bevölkerung darstellt.

IHK / ESOMAR Internationaler Kodex (...)

Im IHK/ESOMAR Internationaler Kodex für die Praxis der Markt- und Sozialforschung sind die berufsethischen Grundsätze und Richtlinien zur Durchführung von repräsentativen Bevölkerungsumfragen festgeschrieben. Die Teilnahme an einer Umfrage muss demnach ausnahmslos freiwillig erfolgen und darf für den Befragten keine unzumutbare Belästigung darstellen.

Korrelation (lat.: Wechselbeziehung)

Zusammenhang zwischen zwei oder mehreren Variablen.

Panel (Wiederholungsbefragung)

Die gleichen Untersuchungseinheiten (z.B. Personen, Haushalte, Organisationen) werden in regelmäßigen Zeitabständen untersucht bzw. wiederbefragt. Dabei werden überwiegend identische Fragen gestellt, um die Effekte im Zeitverlauf individuell erfassen zu können.

Politische Stimmung

Damit bezeichnet die Forschungsgruppe Wahlen die Rohdaten-Ergebnisse zur Wahlabsicht (Sonntagsfrage: "Was würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre?"). Diese Daten, die lediglich einer sozialstrukturellen Gewichtung unterworfen sind, werden von den meisten anderen Instituten nicht veröffentlicht. Der Begriff "politische Stimmung" entspricht dabei der Terminologie der "ADM Richtlinie für die Veröffentlichung von Ergebnissen der Wahlforschung" vom Juli 1997.

Pretest

Der eigentlichen Erhebung vorgeschaltete Befragung mit deutlich kleinerer Stichprobe, bei der die Fragen auf Verständlichkeit und Handhabbarkeit überprüft werden.

Prognose

Aus einer Theorie abgeleitete Aussage über den zukünftigen Zustand oder die zukünftige Entwicklung eines Sachverhalts, auf den sich die Theorie bezieht.

Projektion

Hierbei werden die aktuellen Überzeichnungen der politischen Stimmung in einem Modell auf eine Normalwahl-Situation übertragen (Was wäre, wenn am nächsten Sonntag wirklich Wahl wäre). Neben der politischen Stimmung fließen hier auch Erfahrungen über mittel- und längerfristige Bindungen der Wähler, taktisches Wahlverhalten und ein "time-lag" ein.
Die Begriffe "politische Stimmung" und "Projektion" entsprechen dabei der Terminologie der "ADM Richtlinie für die Veröffentlichung von Ergebnissen der Wahlforschung" vom Juli 1997.

Quotaauswahl / Quotastichprobe

Verfahren, bei dem eine Stichprobe durch die Vorgabe von Merkmalen bestimmt wird. Soweit eine Person, die befragt werden soll, die vorgegebenen Merkmale aufweist, ist der Interviewer frei auszuwählen, welche Person er befragt.
Beispiel für eine Vorgabe: Frau, 30-44 Jahre, Angestellte

RDD-Verfahren (Random-Digit-Dialing)

Bei einem eingetragenen privaten Telefonanschluss werden die letzten Ziffern durch zufällig generierte Ziffern ersetzt. Das Verfahren wird angewandt, damit auch solche Haushalte, die nicht im Telefonbuch verzeichnet sind, in die Stichprobe gelangen können.

Reliabilität (Zuverlässigkeit)

Neben der Validität das zweite zentrale Qualitätskriterium bei Messungen. Messwerte (Variablen) müssen bei wiederholter Messung unter gleichen Bedingungen auch das gleiche Ergebnis produzieren.

Repräsentativität

Liegt vor, wenn zwischen der Struktur der untersuchten Teilmenge und der Grundgesamtheit Übereinstimmungen bestehen, die eine Verallgemeinerung der Ergebnisse zulassen. Eine Stichprobe kann nur dann korrekt als "allgemein repräsentativ" bezeichnet werden, wenn sie auf einer Zufallsauswahl basiert.

Stichprobe

Auswahl von Elementen aus einer Grundgesamtheit.

Validität (Gültigkeit)

Ist das Ausmaß, in dem eine Variable tatsächlich das misst, was sie messen soll. Neben der Reliabilität ist Validität das zentrale Gütekriterium einer Messung.

Zufallsstichprobe / Randomstichprobe

Zeichnet sich dadurch aus, dass jedes Element der Grundgesamtheit die gleiche oder eine genau angebbare Chance hat, in die Auswahl zu kommen. Dabei bestimmt ausschließlich der Zufall die Zusammensetzung der Stichprobe. Übliches Verfahren für die Stichprobenziehung für allgemeine Bevölkerungsumfragen, die repräsentative Ergebnisse liefern sollen.

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Seite zuletzt geändert am 11.03.2015 um 12:59 Uhr

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