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Politbarometer August IV 2013

Syrien: Mehrheit gegen Militärschlag
TV-Duell: Merkel geht als Favoritin ins Rennen

(Mainz, 29.08.2013) Ein militärisches Eingreifen des Westens in Syrien, nachdem dort in der vergangenen Woche wahrscheinlich Giftgas gegen die Bevölkerung eingesetzt wurde, lehnen 58 Prozent der Deutschen ab, 33 Prozent befürworten es (weiß nicht: 9 Prozent). Diese Einschätzung teilen die Anhänger aller Parteien mehrheitlich. Falls es zu einer Militäraktion unter Führung der USA kommt, dann sind 41 Prozent der Meinung, Deutschland sollte sich daran finanziell und mit Material beteiligen - 55 Prozent sprechen sich gegen eine solche deutsche Unterstützung des Militärschlags aus (weiß nicht: 4 Prozent).
Politbarometer-Projektion: weiter ganz knappe Mehrheit für Schwarz-Gelb
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU unverändert auf 41 Prozent und die SPD könnte auf 26 Prozent (plus 1) zulegen. Die FDP bliebe mit 6 Prozent unverändert, jeweils einen Punkt abgeben müssten die Linke mit 7 Prozent (minus 1) und die Grünen mit 12 Prozent (minus 1). Die AfD käme auf 3 Prozent und alle anderen Parteien erreichten zusammen 5 Prozent.
Wahlkampf: für die meisten eher langweilig
Gut drei Wochen vor der Bundestagswahl geben 62 Prozent an, sich wenig oder gar nicht für den Wahlkampf zu interessieren, nur 37 Prozent bekunden großes oder sehr großes Interesse. Mit 57 Prozent, darunter Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen, finden die meisten den Wahlkampf, so wie er zurzeit geführt wird, eher langweilig. Für 33 Prozent ist dies nicht der Fall (weiß nicht: 10 Prozent). Einen härteren Wahlkampf wünschen sich 25 Prozent, 31 Prozent finden, es solle eher weniger hart zugehen und 35 Prozent halten den Wahlkampf der Parteien für gerade richtig (weiß nicht: 9 Prozent).
K-Frage: Abstand verringert sich leicht
Bei der Frage, wen die Deutschen nach der Bundestagswahl lieber als Kanzler oder Kanzlerin hätten, kann SPD-Herausforderer Peer Steinbrück den großen Abstand zu Angela Merkel ein wenig verkürzen. Nach 63 Prozent in der vergangenen Woche wünschen sich jetzt 60 Prozent Merkel erneut als Kanzlerin, 31 Prozent (Aug. III: 29 Prozent) sprechen sich für Peer Steinbrück aus (weiß nicht: 9 Prozent, Aug. III: 8 Prozent). Mit 75 Prozent (Aug. III: 68 Prozent) nimmt vor allem in den eigenen Reihen die Unterstützung für Steinbrück zu, die CDU/CSU-Anhänger stehen weiterhin geschlossen (98 Prozent; Aug. III: 94 Prozent) hinter Merkel.
Kanzlerkandidaten-Profil: Merkel punktet mehr
Bei den persönlichen Eigenschaften „sympathisch“ und „glaubwürdig“ erhält Angela Merkel jeweils sehr viel bessere Bewertungen (54 Prozent bzw. 40 Prozent) als Peer Steinbrück, den nur 16 Prozent für sympathischer und 12 Prozent für glaubwürdiger halten. Keinen Unterschied zwischen den Kandidaten sehen 27 Prozent hinsichtlich Sympathie und 44 Prozent, wenn es um die Glaubwürdigkeit geht. Die größere Kompetenz bei der Bekämpfung der Euro-Krise weisen 39 Prozent Merkel und nur 14 Prozent Steinbrück zu, für 40 Prozent gibt es hier keinen Unterschied. Und auch beim Thema soziale Gerechtigkeit können 39 Prozent keinen Unterschied zwischen beiden ausmachen, für 25 Prozent kann eher Merkel und für 31 Prozent eher Steinbrück für soziale Gerechtigkeit sorgen (Differenz zu 100 Prozent jeweils „weiß nicht“).
TV-Duell: Merkel Favoritin
Am kommenden Sonntag findet das TV-Duell der Kanzlerkandidaten statt. 30 Prozent erwarten, dass Angela Merkel und 15 Prozent, dass Peer Steinbrück sich besser schlagen wird. Mit einem Unentschieden rechnen 46 Prozent (weiß nicht: 9 Prozent). Vor vier Jahren setzten in der Woche vor dem Duell 32 Prozent auf Angela Merkel und 10 Prozent auf den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier (kein Unterschied: 46 Prozent, weiß nicht: 12 Prozent).
TOP TEN: Wenig Bewegung
Die meisten der, nach Meinung der Befragten, wichtigsten Politikerinnen und Politiker werden ganz ähnlich beurteilt wie zuletzt: Mit großem Abstand an der Spitze steht weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel, sie erreicht auf der Skala von +5 bis -5 einen Durchschnittswert von 2,0 (Aug. III: 2,1). Deutlich verschlechtert hat sich Wolfgang Schäuble mit 1,1 (Aug. III: 1,4), leicht verbessern konnte sich Frank-Walter Steinmeier mit 0,9 (Aug. III: 0,8). Es folgen Ursula von der Leyen mit 0,5 (Aug. III: 0,6), Horst Seehofer mit 0,4 (Aug. III: 0,3) und Peer Steinbrück mit unveränderten 0,3. Jürgen Trittin wird mit 0,1 (Aug. III: 0,2) eingestuft und Thomas de Maizière mit 0,0 (Aug. III: 0,2). Knapp im Negativ-Bereich bleibt Guido Westerwelle mit minus 0,1 vor Philipp Rösler mit minus 0,7, beide unverändert zur Vorwoche.
Griechenland: keine weiteren Kredite
Sollte Griechenland weitere Finanzhilfen in Form von Krediten benötigen, sind nur 33 Prozent der Befragten dafür, diese dem Land auch zu gewähren, 61 Prozent sind dagegen (weiß nicht: 6 Prozent).

Informationen zur Umfrage

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 26. bis 28. August 2013 bei 1.348 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 45 Prozent, SPD: 28 Prozent, FDP: 4 Prozent, Linke: 5 Prozent, Grüne: 12 Prozent, AfD: 3 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Donnerstag, den 5.9.2013.

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Seite zuletzt geändert am 14.07.2015 um 11:04 Uhr

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