Politbarometer Januar 2026
Rund drei Viertel: Politik von Trump gefährdet Fortbestand der NATO – Große Mehrheit: Bundesregierung tut zu wenig zur Ankurbelung der Wirtschaft
Wenn es zwischen Russland und der Ukraine zu einer Waffenruhe kommen sollte und diese durch europäische Truppen abgesichert wird, dann sollte sich nach Ansicht von 49 Prozent der Befragten auch Deutschland mit der Bundeswehr auf ukrainischem Gebiet an dieser Absicherung beteiligen. Fast genauso viele (45 Prozent) sprechen sich gegen einen solchen Einsatz aus. Klare Einstellungsunterschiede zeigen sich dabei zwischen West und Ost: Während in Westdeutschland 53 Prozent eine Absicherung einer Waffenruhe auch durch die Bundeswehr in der Ukraine befürworten, sind es in Ostdeutschland lediglich 32 Prozent.
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, läge die CDU/CSU unverändert bei 26 Prozent, die AfD käme erneut auf 25 Prozent (unverändert). Die SPD würde sich auf 15 Prozent (plus 1) verbessern, die Grünen blieben bei 12 Prozent (unverändert). Die Linke würde sich auf 10 Prozent (minus 1) verschlechtern, alle anderen Parteien – inklusive BSW und FDP – bekämen zusammen 12 Prozent (unverändert), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot nach wie vor keine parlamentarische Mehrheit.
Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung („Was halten Sie von?“) liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius auch zu Jahresbeginn auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,9 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Dezember: 1,8) bewertet. Weiterhin mit großem Abstand folgen Johann Wadephul mit 0,7 (0,6), Lars Klingbeil mit 0,4 (0,2) und Bärbel Bas mit 0,0 (minus 0,3). Danach kommen Alexander Dobrindt mit minus 0,3 (minus 0,4), Friedrich Merz mit minus 0,4 (minus 0,6), Markus Söder mit minus 0,5 (minus 0,5) und Katherina Reiche mit minus 0,6 (minus 0,7). Auf Rang neun und zehn bleiben Sahra Wagenknecht mit minus 2,0 (minus 1,8) und Alice Weidel mit minus 2,5 (minus 2,6).
Die Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung ist weiterhin groß: 71 Prozent der Befragten und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen meinen, die Bundesregierung tue zu wenig zur Ankurbelung der Wirtschaft. Für 4 Prozent tut sie diesbezüglich zu viel und für 18 Prozent sind die Maßnahmen so gerade richtig.
In diesem Jahr finden fünf Landtagswahlen statt, unter anderem im September in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Wenn die AfD dann in einem der ostdeutschen Bundesländer den Ministerpräsidenten stellen würde, fänden das etwas mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten und klare Mehrheiten in den Reihen von CDU/CSU (86 Prozent), SPD (93 Prozent), Grünen (97 Prozent) und Linke (93 Prozent) schlecht. 19 Prozent, darunter 88 Prozent der AfD-Anhänger, fänden einen Ministerpräsidenten der AfD gut und 10 Prozent aller Befragten wäre das egal.
57 Prozent der Befragten sehen im Linksextremismus in Deutschland eine Gefahr für unsere Demokratie, 39 Prozent sind gegenteiliger Ansicht, darunter die meisten Grünen- (65 Prozent) und Linke-Anhänger (84 Prozent) sowie die 18- bis 34-Jährigen (58 Prozent). Den Rechtsextremismus schätzen aber noch mehr Befragte als Bedrohung ein: 79 Prozent und klare Mehrheiten in den Anhängerschaften von CDU/CSU (89 Prozent), SPD (91 Prozent), Grünen (100 Prozent) und Linke (95 Prozent) geben an, der Rechtsextremismus sei eine Gefahr für unsere Demokratie. Nur 18 Prozent, darunter rund zwei Drittel (67 Prozent) der AfD-Anhänger, bezweifeln das.
In Berlin gab es vergangene Woche nach einem Anschlag auf die Energieversorgung einen längeren Stromausfall. Insgesamt 30 Prozent der Deutschen machen sich sehr große (7 Prozent) oder große (23 Prozent) Sorgen, dass es bei ihnen zuhause zu einem ähnlichen Stromausfall wie in Berlin kommen wird, zusammen 69 Prozent sind diesbezüglich weniger (47 Prozent) oder gar nicht (22 Prozent) besorgt.
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Die Standardfragen (PDF, 107 KB)
Seite zuletzt geändert am 16.01.2026 um 08:17 Uhr

