Politbarometer Februar I 2026
Drei Viertel: Deutsche arbeiten nicht zu wenig – Große Mehrheit: Putin hat kein Interesse an dauerhafter Waffenruhe
Beim Thema Sozialleistungen präferieren 60 Prozent aller Befragten und Mehrheiten in den Anhängergruppen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linke ein Land, in dem man hohe Steuern bezahlt, dafür aber auch die Sozialleistungen umfangreich sind. Insgesamt 27 Prozent, darunter die meisten AfD-Anhänger, sprechen sich hingegen für ein Land mit niedrigen Steuern und geringen Sozialleistungen aus. Was den Umfang der bestehenden Sozialleistungen in Deutschland angeht, hält ein Drittel (33 Prozent) der Befragten diesen für zu groß, 19 Prozent für zu klein und 43 Prozent sind mit dem Status Quo zufrieden.
Kritisch sind die Deutschen hinsichtlich des Zustands unserer Sozialversicherungen wie Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung: Für nur 9 Prozent ist da im Großen und Ganzen alles in Ordnung, für 57 Prozent gibt es hier größere Probleme und für 31 Prozent stehen die Sozialversicherungen kurz vor dem Zusammenbruch. Die Lösung der Finanzierungsprobleme bei diesen Versicherungen sieht eine Mehrheit von 58 Prozent der Deutschen hauptsächlich im Einsatz von mehr Steuermitteln. 15 Prozent ziehen Leistungskürzungen und 6 Prozent Beitragserhöhungen als primäre Lösung vor. Gering ist in diesem Zusammenhang das Vertrauen in die Bundesregierung: Lediglich 25 Prozent gehen davon aus, dass Schwarz-Rot einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme bei den Sozialversicherungen leisten wird, fast drei Viertel (73 Prozent) haben daran Zweifel, darunter auch 47 Prozent der CDU/CSU- und 59 Prozent der SPD-Anhänger.
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, läge die CDU/CSU unverändert bei 26 Prozent, die AfD hätte leichte Verluste und käme auf 24 Prozent (minus 1). Die SPD bliebe bei 15 Prozent (unverändert), die Grünen würden sich auf 13 Prozent (plus 1) verbessern und die Linke würde erneut 10 Prozent (unverändert) erreichen. Alle anderen Parteien bekämen zusammen 12 Prozent (unverändert), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot nach wie vor keine parlamentarische Mehrheit.
Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung („Was halten Sie von?“) liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius nach wie vor auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 2,0 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Januar: 1,9) bewertet. Weiterhin mit großem Abstand folgen Johann Wadephul mit 0,6 (0,7), Lars Klingbeil mit 0,4 (0,4) und Bärbel Bas mit 0,3 (0,0). Danach kommen Neueinsteigerin Heidi Reichinnek mit minus 0,4, Alexander Dobrindt mit minus 0,5 (minus 0,3), Friedrich Merz mit minus 0,7 (minus 0,4) und Katherina Reiche mit minus 0,9 (minus 0,6). Markus Söder liegt mit ebenfalls minus 0,9 (minus 0,5), sein schlechtester Wert seit fast acht Jahren, auf Rang neun. Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,6 (minus 2,5).
Trotz laufender Gespräche zwischen Russland und der Ukraine zur Beendigung des Krieges meinen nur 16 Prozent der Deutschen, darunter mit 51 Prozent weit überdurchschnittlich viele AfD-Anhänger, dass der russische Präsident Putin ernsthaftes Interesse an einer dauerhaften Waffenruhe hat. 80 Prozent und klare Mehrheiten in den anderen Parteianhängergruppen bezweifeln das. Folglich glaubt – ähnlich wie in den vergangenen Monaten – der Großteil der Deutschen (91 Prozent) nicht, dass es in den nächsten Wochen zu einer dauerhaften Waffenruhe im Ukraine-Krieg kommen wird (kommt dazu: 6 Prozent). Zudem erwarten im Kontext dieses Krieges 45 Prozent einen Angriff Russlands auch auf östliche NATO-Länder wie Polen oder die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. 50 Prozent der Deutschen, darunter die meisten AfD-Anhänger (74 Prozent), rechnen nicht damit.
Vor dem Hintergrund der Lage in Iran und des Konflikts zwischen Iran und den USA finden es lediglich 17 Prozent der Deutschen gut, wenn die USA in Iran militärisch eingreifen, 61 Prozent finden das schlecht und 12 Prozent ist das egal. Mit ursächlich für diese mehrheitlich ablehnende Haltung ist sicher auch die Erwartung eines Flächenbrandes: Wenn es zu einem militärischen Eingreifen der USA in Iran kommt, prognostizieren knapp drei Viertel (73 Prozent) der Befragten eine Ausweitung des Konflikts auch auf andere Länder in der Region (keine Ausweitung: 21 Prozent). Zudem bezweifeln 58 Prozent, dass sich durch die geplanten Gespräche zwischen den beiden Ländern die Lage beruhigen wird, 35 Prozent äußern sich dahingehend optimistisch.
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Die Standardfragen (PDF, 107 KB)
Seite zuletzt geändert am 06.02.2026 um 08:04 Uhr

