Politbarometer Februar II 2026
Mehrheit: Wirtschaftsbeziehungen der EU zu China werden wichtiger – Große Unterstützung für Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, läge die CDU/CSU nach wie vor bei 26 Prozent, die AfD käme weiterhin auf 24 Prozent und die SPD auf 15 Prozent (alle unverändert). Die Grünen würden sich mit 12 Prozent (minus 1) leicht verschlechtern, die Linke würde etwas hinzugewinnen und 11 Prozent (plus 1) erzielen. Alle anderen Parteien bekämen zusammen 12 Prozent (unverändert), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot nach wie vor keine parlamentarische Mehrheit.
Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung („Was halten Sie von?“) liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius weiter auf dem ersten Rang. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 2,1 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Anfang Februar: 2,0) bewertet. Mit großem Abstand folgen nach wie vor Johann Wadephul mit 0,5 (0,6), Lars Klingbeil mit 0,2 (0,4) und Bärbel Bas, die sich mit minus 0,1 (0,3) deutlich verschlechtert. Danach kommen Alexander Dobrindt mit minus 0,3 (minus 0,5), Friedrich Merz mit minus 0,5 (minus 0,7), Markus Söder mit minus 0,6 (minus 0,9), Heidi Reichinnek mit minus 0,7 (minus 0,4) und Katherina Reiche mit minus 1,0 (minus 0,9). Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,5 (minus 2,6).
Die Leistungsbilanz von Bundeskanzler Friedrich Merz fällt besser aus als zuletzt, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten bewerten die Arbeit des Bundeskanzlers als eher schlecht, 43 Prozent stellen ihm ein gutes Zeugnis aus. Ebenfalls groß ist die Skepsis gegenüber Merz in seiner Funktion als Parteivorsitzender der CDU: Nur rund ein Drittel (34 Prozent) der Befragten glaubt, Friedrich Merz wird seine Partei erfolgreich in die Zukunft führen, 60 Prozent bezweifeln das. In den Reihen der Union ist man hingegen klar zuversichtlich: 72 Prozent der Unionsanhänger erwarten eine positive Entwicklung der CDU unter Merz (glaube das nicht: 21 Prozent).
Zurzeit gibt es gegenüber der AfD den Vorwurf der Vetternwirtschaft, weil AfD-Abgeordnete in Land und Bund gegenseitig in größerem Maße Familienmitglieder und Freunde angestellt haben. 45 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass bei der AfD Vetternwirtschaft häufiger vorkommt als bei anderen Parteien, 2 Prozent sagen „seltener“ und für 46 Prozent, darunter 84 Prozent der AfD-Anhänger, gibt es da keinen großen Unterschied zwischen der AfD und den anderen Parteien.
Die Forderung von CDU und SPD, die Nutzung von Social Media wie TikTok oder Instagram für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren zu verbieten, findet in der Bevölkerung breite Unterstützung: 81 Prozent der Deutschen sowie Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften und Altersgruppen sprechen sich für ein solches Verbot aus, nur 17 Prozent lehnen das ab.
Zum ersten Mal seit rund drei Jahren blicken die Deutschen nicht mehr überwiegend negativ auf die hohe Zahl der Geflüchteten bei uns: Aktuell meinen 51 Prozent der Befragten und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen außer der der AfD, dass Deutschland die vielen Geflüchteten aus Krisengebieten verkraften kann, 47 Prozent bewerten das kritisch.
Russland hat im Krieg gegen die Ukraine Teile des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. 44 Prozent der Deutschen sind der Meinung, die Ukraine sollte auf diese Gebiete verzichten, wenn dadurch der Krieg beendet werden kann. Insgesamt 45 Prozent und Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften außer der der AfD finden, die Ukraine sollte weiter für die Befreiung dieser Gebiete kämpfen. Auch nach vier Jahren Krieg ist der Rückhalt in Deutschland für die Ukraine groß: 43 Prozent sprechen sich für eine stärkere militärische Unterstützung der Ukraine durch die europäischen Staaten aus, 30 Prozent befürworten hier den Status Quo und nur 24 Prozent sind für ein Zurückfahren der Militärhilfen, darunter mit 71 Prozent das Gros der AfD-Anhänger.
Vor dem Hintergrund der Lage in Iran und des Konflikts zwischen Iran und den USA finden es lediglich 18 Prozent der Deutschen gut, wenn die USA in Iran militärisch eingreifen, 59 Prozent finden das schlecht und 13 Prozent ist das egal. Gleichzeitig rechnen aber nur 29 Prozent damit, dass sich durch die zurzeit stattfindenden Gespräche der Konflikt zwischen den beiden Ländern beruhigen wird, etwa zwei Drittel (65 Prozent) haben daran Zweifel.
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Die Standardfragen (PDF, 107 KB)
Seite zuletzt geändert am 27.02.2026 um 08:09 Uhr

