Politbarometer-Extra Berlin und Mecklenburg-Vorpommern September I 2026
Berlin: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Linke und CDU –
Mecklenburg-Vorpommern: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen AfD und SPD
(Mainz, 11.09.2026) Gut eine Woche vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern unterscheidet sich die politische Lage in den beiden Bundesländern deutlich. Die Favoriten in dem einen Land spielen in dem anderen Land jeweils nur eine untergeordnete Rolle. Während in Mecklenburg-Vorpommern mit der Dominanz der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die Personenkomponente von großer Bedeutung ist, überzeugen die Spitzenkandidaten, die in Berlin möglicherweise Regierender Bürgermeister oder Regierende Bürgermeisterin werden könnten, nur wenig.
Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, dann ergäben sich die folgenden Projektionswerte für die Parteien: Die CDU käme zurzeit auf 21 Prozent und die SPD auf 10 Prozent. Die Grünen würden 16 Prozent erreichen, die Linke 23 Prozent, die AfD 17 Prozent und das BSW 3 Prozent. Die anderen Parteien erhielten zusammen 10 Prozent, darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Damit hätte der amtierende Senat aus CDU und SPD keine Mehrheit. Von den am ehesten realistischen Koalitionen hätte sowohl ein Senat aus Linke, Grünen und SPD eine Mehrheit als auch einer aus CDU, Grünen und SPD.Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Neben den zu berücksichtigenden statistischen Fehlerbereichen von Umfragen kann es bis zum Wahlsonntag durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge der verschiedenen Parteien noch zu Veränderungen kommen. Aufgrund dieser Faktoren ist es auch keineswegs sicher, welche Partei am Schluss die Nase vorne haben wird. Zudem wissen zurzeit 28 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.Bei der letzten Abgeordnetenhauswahl 2023 kam die CDU auf 28,2 Prozent, die SPD auf 18,4 Prozent, die Grünen auf 18,4 Prozent, die Linke auf 12,2 Prozent, die AfD auf 9,1 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 13,7 Prozent.Gewünschte/r Regierende/r Bürgermeister/in und Regierungspräferenz: Selten hatten die Kandidaten, die Chancen auf das Amt des Regierenden Bürgermeisters haben, so wenig Rückhalt: Den Spitzenkandidaten der CDU, Stefan Evers, wünschen sich 25 Prozent, 9 Prozent präferieren Werner Graf (Grüne) und 23 Prozent sind für Elif Eralp von den Linken. 18 Prozent wollen keinen von den dreien und 25 Prozent kennen diese nicht genug, um ein Urteil abzugeben bzw. sagen „weiß nicht“.Ähnlich diffus sieht es bei der Frage nach einer präferierten Koalition für den Senat aus: Hier bekommt eine mögliche Regierung aus Linke, SPD und Grüne noch die meiste Zustimmung (37 Prozent), aber auch diese wird von 55 Prozent als eher schlecht bezeichnet (egal/weiß nicht: 8 Prozent). Ein Bündnis aus CDU, SPD und Grüne fänden 22 Prozent gut, 64 Prozent lehnten es ab (egal/weiß nicht: 14 Prozent).Auch hier ist noch nicht klar, wer am Schluss stärkste Partei werden wird. Aktuell ergäben sich die folgenden Projektionswerte: Die SPD käme auf 34 Prozent und die AfD auf 37 Prozent. Die CDU würde 7 Prozent erreichen, die Linke 10 Prozent, die Grünen lägen bei 5 Prozent, das BSW bei 4 Prozent und für die anderen Parteien ergäben sich zusammen 3 Prozent, darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Damit hätte aktuell die amtierende Regierung aus SPD und Linke keine parlamentarische Mehrheit mehr.Wie oben stellen diese Projektionswerte keine Prognose für den Wahlausgang dar. Dies gilt nicht nur für die Frage, wer stärkste Partei wird, sondern insbesondere auch für die Frage, ob die kleinen Parteien die Fünf-Prozent-Grenze überspringen. In Mecklenburg-Vorpommern wissen zurzeit 25 Prozent noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.Bei der letzten Landtagswahl 2021 erreichte die SPD 39,6 Prozent, die AfD 16,7 Prozent, die CDU 13,3 Prozent, die Linke 9,9 Prozent, die Grünen 6,3 Prozent und die anderen Parteien zusammen 14,2 Prozent.Gewünschte/r Ministerpräsident/in und Regierungspräferenzen: In Mecklenburg-Vorpommern dominiert die Amtsinhaberin: Im direkten Vergleich mit ihrem Herausforderer Leif-Erik Holm von der AfD, den nur 28 Prozent zukünftig als Ministerpräsident wollen, spricht sich eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent für Manuela Schwesig (SPD) aus (keinen: 5 Prozent; kennen nicht/weiß nicht: 6 Prozent). Auch wenn es aktuell nicht für eine Regierung von SPD und Linke reichen würde, ist das von allen realistischen Koalitionsmodellen das einzige, das mit 46 Prozent mehr Befürworter findet als Gegner (41 Prozent; egal/weiß nicht: 13 Prozent).Informationen zu den Umfragen
Die Umfragen zu diesem Politbarometer-Extra wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 7. bis 10.9.2026 unter 1.100 bzw. 1.053 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in den beiden Bundesländern telefonisch und online erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer-Extra zu diesen beiden Wahlen sendet das ZDF am Donnerstag, den 17.9.2026 im heute-journal. Informationen zur Methodik der UmfragenFragetexte
Politbarometer-Extra
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Seite zuletzt geändert am 11.09.2026 um 08:41 Uhr
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