Politbarometer April 2026
Projektion: AfD erstmals vor Union – Große Mehrheit: Bundesregierung tut zu wenig gegen steigende Energiepreise
Nach 34 Prozent Ende März zeigen sich jetzt nur noch 27 Prozent der Befragten insgesamt zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung, 63 Prozent (März: 61 Prozent) stellen ihr ein schlechtes Zeugnis aus (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht). Die Zusammenarbeit innerhalb der Koalition hat sich aus Sicht der Befragten ebenfalls verschlechtert. Die Einschätzung fällt damit auch deutlich hinter die Erwartung kurz vor der Regierungsbildung zurück: Ging Anfang Mai 2025 rund die Hälfte (51 Prozent) davon aus, dass Union und SPD gut zusammenarbeiten werden (schlecht: 45 Prozent), sah das nach der Sommerpause im August 2025 nur noch knapp ein Drittel so (32 Prozent; schlecht: 61 Prozent). Aktuell bezeichnen lediglich noch 18 Prozent die Kooperation innerhalb der Koalition als gut, 73 Prozent und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen nehmen sie dagegen als schlecht wahr.
Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung („Was halten Sie von?“) liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius weiter auf dem ersten Rang. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,7 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Ende März: 2,0) bewertet. Mit großem Abstand folgen Neuzugang Cem Özdemir mit 0,9 und Johann Wadephul mit 0,3 (0,5). Danach beginnt der Negativbereich: Lars Klingbeil kommt auf minus 0,4 (minus 0,3), Bärbel Bas auf minus 0,6 (minus 0,4), Heidi Reichinnek auf minus 0,8 (minus 0,7) und Markus Söder auf minus 0,9 (minus 0,8). Friedrich Merz rutscht von Platz fünf auf Platz acht mit seiner bisher schlechtesten Bewertung von minus 1,1 (minus 0,5). Danach folgt Katherina Reiche mit minus 1,6 (minus 1,2). Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,4 (minus 2,3).
Bei der von der Regierung angekündigten Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin um 17 Cent pro Liter für zwei Monate gehen die Meinungen der Befragten auseinander: 47 Prozent finden diese Maßnahme gut, 48 Prozent finden sie nicht gut. Dies vor dem Hintergrund, dass es sehr große Zweifel an der Wirksamkeit gibt. So glauben 91 Prozent nicht, dass die Mineralölkonzerne diese Entlastung vollständig an die Verbraucher weitergeben werden, nur 7 Prozent rechnen damit. Für die Möglichkeit einer steuer- und abgabenfreien Prämie von bis zu 1.000 Euro in diesem Jahr, die Arbeitgeber ihren Beschäftigten zahlen können, gibt es mehrheitlich Zustimmung (53 Prozent), 43 Prozent lehnen das ab. Wie schon im März ist aber auch jetzt ein Großteil der Befragten (81 Prozent) der Meinung, dass die Regierung zu wenig gegen die steigenden Energiepreise tut, 11 Prozent halten die Maßnahmen der Regierung für gerade richtig und für 3 Prozent ist das zu viel.
Mit 57 Prozent finden die meisten Befragten, dass die Energiewende in Deutschland zu langsam vorankommt, besonders groß ist diese Kritik bei den Jüngeren (unter 35 Jahre: 67 Prozent). Für insgesamt 15 Prozent geht die Energiewende zu schnell und 21 Prozent halten das Tempo für gerade richtig.
Eine deutliche Mehrheit von 87 Prozent erwartet nicht, dass der Krieg, den die USA und Israel gegen Iran führen, in den nächsten Wochen enden wird (wird enden: 9 Prozent). Eine militärische Beteiligung Deutschlands an diesem Krieg, wie von US-Präsident Trump gefordert, lehnen die Befragten mit 93 Prozent fast geschlossen ab (dafür: 5 Prozent).
In Ungarn wird es eine neue Regierung geben, die Partei des langjährigen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán hat die Parlamentswahl verloren. Rund drei Viertel (74 Prozent) versprechen sich jetzt eine bessere Zusammenarbeit innerhalb der EU (schlechter: 3 Prozent, unverändert: 16 Prozent) und 60 Prozent erwarten, dass die Position der EU auf internationaler Ebene ohne Orbán eine stärkere sein wird (schwächer: 4 Prozent, unverändert: 27 Prozent).
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Die Standardfragen (PDF, 107 KB)
Seite zuletzt geändert am 17.04.2026 um 08:46 Uhr

